Ein Monat in Georgien und Usbekistan – und schließlich: seit vier Monaten in Vietnam

Ein Monat in Georgien und Usbekistan – und schließlich: seit vier Monaten in Vietnam

Es wird Zeit, dass ich mal wieder etwas in meinem Blog schreibe, denn in den vergangenen Monaten ist viel passiert. In meinem vierten Reisemonat (also vor fünf Monaten) besuchte ich Georgien sowie Usbekistan. Diese beiden Länder sind jeweils eigene Blogbeiträge wert, die ich noch ergänzen möchte. Hier deswegen eine Kurzfassung:

Meine Reiseroute war folgende: Von Eriwan aus ging es per Flugzeug für ein paar Tage nach Tiflis, dann per Zug für ein paar Tage an das Schwarze Meer nach Batumi, und anschließend wieder zurück nach Tiflis. Geplant war ursprünglich, von Georgien aus zunächst einen Abstecher nach Baku, die Hauptstadt Aserbaidschans zu machen. Allerdings hatten sich seit meiner Reiseplanung die Flugkosten dorthin verzehnfacht, weshalb ich darauf verzichtete und mich direkt nach Taschkent, der Hauptstadt Usbekistans, begab. Dort verbrachte ich vier Nächte in einem Hotelzimmer, in dem die Matratze die Härte eines Trampolins hatte (und sich auch genauso verhielt, ließ man etwas auf sie fallen). Nach dieser Tortur ging es weiter in einem „Luxuszug“ mit zwanzig Waggons nach Samarkand (der Sessel im Business-Waggon, in dem ich reiste, war tatsächlich Luxus). Ohne näheres an dieser Stelle preisgeben zu wollen, war Samarkand das bis dahin wahrscheinlich beeindruckendste und schönste Erlebnis meiner Reise. Nächste Station war dann Bukhara, das ich leider nicht per Zug, sondern per Bus ansteuern musste. Und von dort aus ging es dann wieder zurück nach Taschkent, wo ich die letzten Tage ohne großartige Ausflüge in einem sehr bequemen Apartment verbrachte.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt wurde mir klar, was ich nun dringendst benötigte: Ruhe, Entspannung, eine längerfristige Unterkunft ohne Reisestress. Doch zunächst ging es weiter nach Bangkok in Thailand, eigentlich nur Umsteigeort für meine „finale Destination“ Da Nang in Vietnam. Ich blieb dort für drei Tage, schaute mir ein wenig die Stadt an und passte mich dem Zeitunterschied zu Deutschland, der inzwischen fünf (bzw. nach Umstellung auf Winterzeit sechs) Stunden betrug, weiter an.

Anfang November dann endlich: Ankunft in Da Nang! Dieser oft Miami Asiens genannten Stadt, die während der Regenzeit eher den Eindruck einer norddeutschen Küstenstadt machte. Ich bezog mein erstes Hotel, erlebte dort den ersten Taifun, wechselte nach einer Woche in das zweite Hotel und machte mich auf die Suche nach einem Apartment, das ich für zunächst drei Monate mieten wollte. Regnerische Tage wechselten sich mit sonnigen ab, nur zweimal gab es durchgehenden und strömenden Regen, ansonsten waren es eher kürzere Regenschauer, die einem trotzdem nasse Turnschuhe und feuchte Klamotten bescherten. Aber inzwischen ist das Wetter perfekt, mit Durchschnittstemperaturen von 26 Grad tagsüber und etwas kühleren Nächten (die Klimaanlage läuft aber trotzdem, um die hohe Luftfeuchtigkeit zu reduzieren).

Seit über drei Monaten lebe ich nun in meinem eigenen Apartment, mit Swimmingpool, zwei Schlafzimmern (beide belegt übrigens), und mit einem gemieteten Roller, mit dem ich meine täglichen Fahrten unternehme und die Stadt sowie die nähere Umgebung von Da Nang erkunde. An Silvester hatte ich meinen ersten Rollerunfall (fremdverschuldet übrigens, aber hier ist das egal), nach drei Wochen waren die grünblauen Flecken verschwunden und nach zwei Monaten hat auch die Schulter aufgehört zu schmerzen. Am Strand war ich bislang eine Handvoll mal, im Meer noch kein einziges mal, dafür bin ich öfters sonntags in der Kathedrale von Da Nang zum (englischsprachigen) Gottesdienst um 10 Uhr und nutze nahezu täglich meinen Swimmingpool. Täglich besuche ich das Alo Go Coffee, in dem sich eine deutschsprachige Community regelmäßig trifft, und auch ansonsten lerne ich immer wieder neue Leute kennen aus den unterschiedlichsten Ländern dieser Welt.

Dem Essen hier kann ich einen eigenen Blogbeitrag (oder mehrere) widmen, denn erstens ist das Essen hier so günstig, dass man eher auswärts essen geht als in der eigenen Küche etwas zuzubereiten (wobei ich weiterhin auf der Suche bin nach etwas, das wie Leberkäse schmeckt und was ich mir gerne mit Spiegelei und Bratkartoffeln machen möchte) und zweitens ist die Auswahl an einheimischer und internationaler Küche hier so reichlich, dass man wahrscheinlich jeden Tag etwas anderes essen könnte und auch nach einem Jahr kein Gericht zweimal gegessen hat (wobei ich natürlich auch meine Favoriten habe, die ich mir gerne einmal pro Woche oder zumindest einmal pro Monat gönne).

Was sind meine Pläne nach nun mehr als vier Monaten hier in Da Nang? Nun, die Reiselust packt mich langsam wieder. Im Januar waren wir (also mein Mitbewohner und ich) für einen Visarun für fünf Tage in Bangkok. Zur Erklärung: Deutsche müssen alle 45 Tage, mit Visum spätestens alle 90 Tage, aus Vietnam ausreisen und ein neues 90-Tages-Visum im Ausland beantragen. Das geht entweder mithilfe von Agenturen, die einen zum Beispiel per per Bus innerhalb von 14 Stunden an die laotische Grenze fahren und wieder zurück, oder eben auf eigene Faust in Kombination mit einem Aufenthalt in einem benachbarten Land.

Das schöne an Da Nang ist, dass es mitten im Stadtkern einen Flughafen gibt, der viele nationale und internationale Destinationen, hauptsächlich in Asien, anfliegt. Und selbst bei kurzfristiger Buchung sind die Flüge um einiges günstiger als in Deutschland. Während ich also für rund 100€ nach Bangkok und retour fliegen konnte, geht es übernächste Woche nach Da Lat (per Flugzeug über Nha Trang und dann weiter per Minibus, da der Flughafen in Da Lat bis August wegen Renovierungsarbeiten geschlossen ist), sowie Mitte April nach Kuala Lumpur (Malaysia). Auch hier beträgt der Flug hin und zurück jeweils um die 100€.

In Hoi An war ich letztes Wochenende mit dem Roller für zwei Tage und habe mir dort die Altstadt (ein UNESCO-Weltkulturerbe) angeschaut, war in einem Öko-Landbau-Betrieb und habe inmitten der Reisfelder einen Salzkaffee getrunken – Hoi An ist um sovieles ruhiger als Da Nang, und würde es nicht in der Regenzeit immer wieder Überschwemmungen geben, würde ich mir sofort ein Haus dort mieten. Hanoi und Ho Chi Min City (Saigon) stehen wie viele andere Reiseziele in Vietnam ebenfalls auf meiner Liste, wobei es mich sehr interessieren würde, die Anreise wenigstens in eine der beiden größten Städte Vietnams mittels Nachtzug durchzuführen.

Ansonsten lasse ich meine weiteren Reisepläne bewusst offen. Mein Apartment gefällt mir ziemlich gut, die Lage ist in einer ruhigen Seitenstraße des ansonsten belebten Touristenviertels, und zum Strand sowie zum Han-Fluss sind es jeweils weniger als 10 Minuten Fußmarsch (wobei ich doch eher den Roller nehme). Eigentlich hatte ich überlegt, sollte es mir in Da Nang zu heiß werden, den Sommer über nach Da Lat zu ziehen, aber mit dem geschlossenen Flughafen wären meine Reisemöglichkeiten zu sehr eingeschränkt bzw. mit zuviel zeitlichem Aufwand verbunden. Im Sommer möchte ich, nach einem Jahr im Ausland, zumindest für ein paar Wochen meine Heimat (und insbesondere meine Eltern) besuchen. Unklar bin ich mir jedoch noch darüber, ob ich diese Reise „in einem Rutsch“ antreten soll oder, wie bei der Anreise hierher auch, mit Zwischenstopps wie beispielsweise in Kasachstan oder -erneut- Armenien.

Sicher ist jedoch, dass ich auf jeden Fall nach Vietnam zurückkehren will! 🙂

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